| |
Hauptakteur mit ausdifferenzierten Parteiapparat und (...)
Massenmitgliedschaft, die die Kommunikation zwischen Parteien und
Bürger über die Parteiorganisation möglich machen. (Römmele
2002, S. 46). Die Bezeichnung Parteiendemokratie zeigt die
Schlüsselposition, welche die Parteien in dem politischen System der
BRD ausüben. Der Willensbildungsprozess ist traditionell und
verfassungsgemäß u.a. stark durch die Parteien geprägt. Das
personalisierte Verhältniswahlrecht der BRD verankert in Art. 21 GG
die zentrale Rolle der Parteien. Durch die Erst- und
Zweitstimmenwahl ist eine Personen- und eben auch eine
Parteienkomponente vorgegeben.
Bundestagswahlkämpfe
wurden
bis
dato
eher
von
den
Parteizentralen geplant und organisiert. Die Wahlkampfführung bzw.
kommunikation ist bis heute maßgeblich von den Parteien als
politischer Akteur bestimmt, auch wenn seit 1998 zunehmend
Fachleute aus der Werbung, Medien, Wissenschaft, Journalismus
und Wirtschaft in die Wahlkampfführung einbezogen werden.
Zahlreiche Experten leiten im aktuellen Forschungsstand der
Politischen Kommunikation die Bezeichnung Parteiendemokratie
auf den Begriff Mediendemokratie um. Der gewachsene Einfluss,
insbesondere der Massenmedien im politischen Handlungssystem
unserer Demokratie, wird in dieser Benennung der politischen
Struktur deutlich.
Farrell (2002) betont zudem die Anzahl von Parteien im politischen
Wettbewerb als einwirkender Faktor in den Parteiensystemen. Das
deutsche System ist ein Vielparteiensystem. Im Zwei-Parteien-
System der USA mit seinem Alles oder nichts- Prinzip im Hinblick
auf den Wahlerfolg führen die Kandidaten der beiden großen
Parteien einen uneingeschränkten Kampf um die Vormachtstellung
über alle Rivalen. Nur ein Kandidat kann das Rennen gewinnen; es
gibt nicht so etwas wie eine Koalitionsregierung.(Farrell 2002, S.
79).
In der ersten Parlamentskammer (USA) beträgt die Legislaturperiode
nur 2 Jahre. So herrscht in den USA nahezu permanenter
Wahlkampf, welches sich im hohen Professionalisierungsgrad der
Kampagnen wiederspiegelt.
11
|  |
|
| |
|
|