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Spitzenkandidaten zu aktuellen politischen Fragen bei knappen
Wahlergebnissen
durchaus
zu
einem
gewichtigen
Faktor
avancieren. (Schicha 2002, S. 30). In dem personenzentrierten
Wahlkampfstil ist die Gestaltung des Kandidatenimages fest
eingebunden. Sie dient der Bildung von Identitätsmuster mit
möglichst hohem Wiedererkennungswert. Die Personalisierung als
Merkmal von professionalisierten Wahlkämpfen ist aber keineswegs
eine neuartige Erscheinung. Schon in der Ära Adenauers war die
Imagebildung im Wahlkampf ein selbstverständliches Stilmittel. Der
Tendenz der Personalisierung in der Wahlkampfführung und
Fernsehberichterstattung verstärkt sich in den letzten beiden
Bundestagwahlen jedoch auffallend.
Die Techniken des negative campaigning sind auch in der BRD
ein angewandtes Mittel der Wahlkampfführung. Hierbei soll das
positive Image des jeweiligen politischen Gegners, auch auf
unsachliche Weise, in ein negatives Bild verzerrt werden. In der
Regel beinhaltet hier zu Lande das negative campaigning eher
sachliche Kritik, die auf Schwachstellen von Themenkompetenz der
Kandidaten und Parteien abzielt. Auch wenn in der BRD diese
negative Wahlkampfführung zunehmend vertreten ist, so ist sie in
Art, Absicht und Wirkung nicht mit dem Charakter des schmutzige
Wäschewaschens und des Diffamierens, wie in den USA
gegenwärtig, vergleichbar. Erfolgreiche Wahlkampfplanung umfasst,
im Zeitalter der Spin Doctors immer auch die gezielte Suche nach
Negativmaterial über den politischen Konkurrenten, (...) .
Hinzugetreten ist in den letzten Jahren eine Form der
Meinungsbefragung, die zutreffend als Dolchstoßdemoskopie
charakterisiert worden ist. (Falter ; Römmele 2002, S. 56). Im
deutschen Wahlkampf werden diese doch sehr unfaire Praktiken der
Verleumdung und Beleidigung zumindest bis heute lange nicht so
massiv wie in den USA eingesetzt. Dennoch spricht Schicha (2002)
von einem deutschen Angriffswahlkampf. Noch bis vor kurzem galt
in der BRD das Verbot der vergleichenden Produktwerbung, sodass
auch das Diskreditieren der politischen Konkurrenz gewissermaßen
deplaciert wirkt. Die Politikkultur in der BRD unterstellt sich im
Wahlkampf eher noch den sportlich fairen, moralischen Werten. Die
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