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``Amerikanisierung`` der Wahlkämpfe?

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politische Öffentlichkeit setzt nach Schicha (2002) in ihrer Akzeptanz für    das    „negativ    campaigning“    Grenzen.    In    der    deutschen Medienberichterstattung    jedenfalls    wird    die    scharf    angelegte amerikanische Art des „negativ campaigning“ eher verurteilt. Seit den 90iger Jahren ist in den Medien, besonders auch im vormals neutralen  Sendeformat  der  Fernsehnachrichten,  immer  stärker  eine Tendenz   der   kritischen,   negativen   Bewertung   von   politischen Akteuren   und   Prozessen   zu   beobachten.   In   diesem   Trend   des „Negativismuses“ ist der Kritikansatz nicht mehr neutral. Aber nicht unbedingt   beurteilen   und   kommentieren   Journalisten   negativer, sondern  die  Medien  präsentieren  einseitiger  die  sich  gegenseitig kritisierenden   Politiker   oder   auch   negative   Stimmen   aus   der Öffentlichkeit.   Die   Frage,   inwieweit   das   erzeugte   Meinungsbild repräsentativ ist, kann hier nicht beantwortet werden. Der wachsende Anteil   negativer   Bewertungen   in   der   Wahlberichterstattung   ist, insbesondere  auch  bei  der  TV-Präsenz  von  Kanzlerkandidaten,  ein Merkmal professionalisierter bzw. „amerikanisierter“ Wahlkampfführung (nach Genz ; Schönbach ; Semetko 2000, S. 406 f). Ein  entscheidender  Gegenstand  der  Wahlkampfkommunikation  ist seit der Bundestagswahl 1998 die Thematisierung des Wahlkampfes selbst in der Medienberichterstattung. Wahlumfragen, -prognosen, - aussichten,  Wahlkampfstrategien,  Image  u.ä.  dominieren  auf  der Medien-Agenda speziell in der Berichterstattung von Nachrichtensendungen.    Diese    journalistische    Inszenierung    des Wahlkampfes in den Massenmedien ist im Ausdruck „Horse-Race- Journalismn“ veranschaulicht. Der Wahlkampf als Wettkampf ist in der Wahlberichterstattung der Hauptaspekt in den Fernsehnachrichten.  „1998  drehten  sich  sogar  82%  der  Beiträge (Nachrichten), die die Bundestagswahl als wichtigsten Berichterstattungsgegenstand  behandelten,  um  den  Wahlkampf  als Wettstreit.“   (Genz   ;   Schönbach   ;   Semetko   2000,   S.   404).   Der spannungserzeugende Wettkampfcharakter ist der o.g. Politainmenttendenz zu zusprechen. 23
  
Die Parteien nach der Bundestagswahl 2002
von Oskar Niedermayer
Sonstige Artikel:
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Die Bestie vom Schlesischen Bahnhof: Dokumentarischer Roman aus den 20er Jahren: Dokumentarischer Kriminalroman aus den 20er Jahren
 
   
 
     
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