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``Amerikanisierung`` der Wahlkämpfe?

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Erstmalig   stellte   sich   eine   Partei   als   „Markenware“   mit wiedererkennbarer  Symbolik  dar. Fengler  und  Jun  (2003,  S.  169 ff) beschreiben den Stil der SPD-Wahlkampagne („Kampa98“), in der neue  Standards  für  die  Politische  Kommunikation  in  Deutschland gesetzt  wurden.  Die  „Kampa98“-Organisation  wurde  erstmalig  von der  Parteizentrale  getrennt  und  ausgelagert.  So  konzentrierte  sich die  SPD  im  breiten  Themen-  und  Ereignismanagement  mit  ihrem Expertenteam     auf     die     „Gewinnerthemen“     z.B.     Arbeit     und Gerechtigkeit.  Hier  waren  der  SPD,  als  Oppositionspartei,  mehr Kompetenzen    zugesprochen    als    der    Union.    Als    wichtigste Wahlkampfmanager    setzten    Franz    Müntefering    und    Matthias Machnig in der „Kampa98“ (wie auch 2002) auf die drei sogenannten K´s:   Koordination,   Konzentration   und   Kontroverse.   Die   große Konkurrenz  CDU,  die  zudem  1998  noch  regierende  Partei  war, wurde  von  der  SPD  durch  Techniken  des  „negative  campaigning“ attackiert. Der damalige Kanzler Helmut Kohl wurde z.B. als „Mann der  Vergangenheit“  und  der  Herausforderer  Gerhard  Schröder  als „Mann der Zukunft“ präsentiert. Auch die intensive Imagekonstruktion   des   Spitzenkandidaten   der   SPD   läßt   u.a. einen sehr starken Grad an Personalisierung in der Wahlkampfführung  erkennen  (nach  Schicha  2002).  Die  CDU  setzte mehr auf Polarisierung und wendete u.a. auch mit der „Rote-Hände- Kampagne“    die    Technik    des    „negative-campaigning“    an.    Die Hauptthemen  der  CDU-Kampagne  waren  Stabilität  und  Sicherheit, die  Helmut  Kohl  zugeschrieben  wurden  und  er  auch  verkörpern konnte.    Auch    die    Kampagne    der    Grünen    zeigt    zunehmend Tendenzen  der  Personalisierung.  Erstmals  1998  war  ein  Bild  des Spitzenkandidaten Joschka Fischer auf den Plakaten der Grünen zu sehen.  So  offenbarte  auch  die  PDS  mit  der  Visualisierung  ihres Kandidaten  Gregor  Gysi  professionalisierten  Wahlkampfstil.  Durch den  Einsatz  von  inhaltslosen  Parolen  „Cool!“  und  „Geil!“  allerdings, kann  in  diesem  Fall  von  typisch  amerikanischer  als  von  moderner Symbolik im Wahlkampf gesprochen werden.   4.2  „Medienwahl“ 2002 26
  
Kampa. Meinungsklima und Medienwirkung im Bundestagswahlkampf 1998
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