| |
Ereignisse mit hohem Nachrichtenwert. Es handelte sich dabei um
Pseudoereignisse, - vom Fernsehen selbst inszeniert und dann in
der Berichterstattung ausführlich vor- und nachbereitet. (Schulz ;
Zeh 2003, S. 15). Zudem waren Meinungsumfragen und Prognosen
ständige Begleiter des Wahlkampfes. Die Parteien präsentierten
sich in den Medien immer wieder betont als moderne und innovative
Wahlkampforganisationen.
Brettschneider (2002 A) spricht demonstrativ von der Medienwahl
2002. Das Ziel jeder Wahlkampfführung ist erst einmal die
Aufmerksamkeit des Wählers durch hohe Medienpräsenz zu
erreichen. In der Folge soll seine politische Überzeugung durch
positive Medientendenz mobilisiert werden, um dann letztlich seine
die Stimme für die jeweilige Partei zu gewinnen. Die Wähler nutzten
die Medien-Agenda als Maßstab zur Beurteilung von politischen
Programmen. In der heißen Wahlkampfphase kann es entscheidend
sein, welches politisches Ereignis thematisiert wird. So auch 2002,
wo der Irakkonflikt und die Flutkatastrophe von der SPD und
Bündnisgrünen, durch geschicktes Agenda-Setting und Surfing, zu
ihrem Vorteil thematisieren konnten. Die positive Medientendenz des
Krisenthemas Hochwasser unterlegte für die SPD z.B. auch das
positive Image von Gerhard Schröder als kompetenten Kanzler in
Krisenzeiten. So bestätigte die Medien-Agenda das zentrale Thema
Solidarität für die SPD.
Eine gestiegene Bedeutung wies 2002 die Kommunikation via
Internet auf. Alle Parteien konnten eine aktuelle, im modernsten
Design angelegte, Webpräsenz anbieten. Dort präsentierten sie ihre
Kandidaten auf eigenen Homepages, boten wahlrelevante
Informationen, interaktiven Service, Unterhaltung und Eigenwerbung
verschiedenster Art an. Dieses Angebot wurde allerdings unter
reichlicher Anwendung von negativ campaigning überdeckt. In
erster Linie war das Internet 2002 der wesentliche interne
Kommunikationskanal für die Parteien. Noch eine Besonderheit des
Wahlkampfes 2002 war, insbesondere bei der SPD, die auffällig
dichte Präsenz bei den altbewährten Wahlwerbemitteln wie Plakate
und Anzeigen im Printmedium.
28
|  |
|
| |
|
|