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Individualisierungstendenzen
in
der
typisch
deutschen
Medienkultur und -struktur initiiert.
5. Fazit: Tendenz eines begrenzt amerikanisierten aber
zunehmend professionalisierten Wahlkampfes
Die deutsche Wahlkampfkommunikation ist weitestgehend durch die
zeitgemäße Medienberichterstattung im Dualen Rundfunksystem
geprägt. Der Stil der Wahlkampagnen ist darauf ausgerichtet, und
insbesondere auch im Sinne der Erfüllung des Öffentlichen Auftrags
im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, ausgelegt bzw. angepasst.
Demnach steuert die medienpolitische Struktur, auch durch ihre
Kontrollinstanzen, die Tendenz der Professionalisierung. Da die
gesellschaftlichen und institutionellen Veränderungen im Zeitalter der
Digitalisierung
und
moderner
Informationsgesellschaft
notwendigerweise den modernen Kampagnenstil erfordern, ist m.E.
nicht eine Amerikanisierung sondern eine Modernisierung der
deutschen Wahlkämpfe bei den Bundestagswahlen 1998 und 2002
gegeben.
Im multimedialen Mediensystem ist die Verhaltensänderung der
Rezipienten offensichtlich. Sie sind souveräner und kritischer
geworden und wählen nach individuellen Bedürfnissen aus dem
stetig wachsenden Informations- und Unterhaltungsangebot.
Folglich
muss
die
dringend
medienorientierte
Wahlkampfkommunikation im politischen Handlungssystem, positive
Medienpräsenz mittels moderner Marketinginstrumente bezwecken.
Dabei ist die Funktion der politischen Willensbildung und der
Politikvermittlung von Parteien in der BRD wie bisher wesentlich. In
den USA ist diese Aufgabe nur eine Randerscheinung und wirkt
demnach wenig in die Wahlkampfführung ein. Der politische Kern
von Wahlbotschaften nimmt hier eher nur den symbolischen und
personalisierten Charakter an und ist nicht thematisiert wie bei uns in
der BRD. Im amerikanischen Handlungssystem der fast absoluten
Medienorientierung fehlt es an politischen Orientierungsgrößen, wie
sie in der BRD durch die starken Parteiorganisationen zumindest bis
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